Blasensteine beim Hund: Symptome, Behandlung und Nachsorge
02.10.2026 - Lesedauer: 6 Minuten

Blasensteine sind eine ernstzunehmende Erkrankung und gehören auf jeden Fall in die Hände eures Tierarztes.
Rita Kochmarjova/stock.adobe.com
Harnsteine, wie z. B. Blasensteine, entstehen aus Kristallablagerungen, die sich durch eine übermäßige Ansammlung von Mineralstoffen in den harnableitenden Wegen des Hundes bilden. Die Kristalle wachsen im Laufe der Zeit zu kleinen Steinen heran und können dazu führen, dass dein Tier keinen Harn mehr absetzen kann. Ein nicht erkannter oder unbehandelter Blasenstein hat unter Umständen lebensbedrohliche Folgen. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, dass du die Symptome kennst und bei Verdacht sofort deinen Tierarzt oder deine Tierärztin aufsuchst.
Was sind Blasensteine beim Hund?
Harnsteine bilden sich aus mineralischen Kristallen, die sich im Bereich des Harntrakts festsetzen. Harnsteine tauchen im gesamten Harntrakt auf und kommen in der Niere, der Blase, der Harnröhre oder dem Harnleiter vor. Harnsteine (Urolithen), die in der Blase vorkommen, nennt man Blasensteine.
Welche Blasensteine beim Hund gibt es?
Es gibt mehrere Arten, die sich in ihrer mineralischen Zusammensetzung unterscheiden. Bilden sich bei einem Hund Blasensteine, kann ein zu hoher Gehalt an bestimmten Mineralien im Futter der Grund sein.
Blasensteinarten beim Hund:
- Struvitsteine
- Calciumoxalatsteine
- Kalziumcarbonatsteine
- Uratsteine / Ammoniumuratsteine
- Cystinsteine
Um einer erneuten Bildung von Blasensteinen vorzubeugen, ist es wichtig, die genaue Zusammensetzung der vorhandenen Harnsteine zu kennen, denn danach richtet sich die passende Behandlung.
Welche Ursachen haben Blasensteine beim Hund?
Die Entstehung von Blasensteinen beim Hund kann verschiedene Ursachen haben. So kann bedingt durch eine bakterielle Harnwegsinfektion der pH-Wert im Urin steigen, was die Bildung von Struvitsteinen fördert.
Ein entscheidender Faktor ist ein zu hoher Gehalt an bestimmten Mineralstoffen im Futter. Enthält das Futter viel Kalzium, Magnesium oder Phosphat, begünstigt dies eine Übersättigung an Mineralstoffen und damit die Bildung von Harnsteinen.
Eine zu geringe Wasseraufnahme beim Hund kann ebenfalls zu Blasensteinen führen. Wenn ein Hund zu wenig trinkt, gewinnen die Nieren das benötigte Wasser aus dem Urin zurück. Dies führt zu besonders konzentriertem Harn, in dem sich Harnkristalle bilden und zu einem Stein heranwachsen können.
Auch bestimmte Krankheiten wie Funktionsstörungen der Leber können die Bildung von Harnsteinen verursachen.
Einige Rassen haben genetisch bedingt ein größeres Risiko, an Harnsteinen zu erkranken. Dalmatiner scheiden beispielsweise aufgrund bestimmter Eiweißbestandteile vermehrt Harnsäure mit dem Harn aus.
Folgende Rassen leiden statistisch gesehen häufiger an Blasensteinen:
Auch das Geschlecht spielt bei der Bildung von Blasensteinen eine Rolle. So erkranken Hündinnen häufig an Struvitsteinen, wohingegen Rüden vermehrt an den anderen Steinarten leiden.
Welche Symptome verursachen Blasensteine bei Hunden?
Folgende Symptome können auf Blasensteine beim Hund hinweisen:
- vermehrter Harndrang
- häufiger Absatz von nur geringen Mengen Urin
- erschwerter und zu wenig/kein Harnabsatz
- Schmerzlaute beim Urinieren und Kotabsatz
- Schmerzen im Bauchbereich
- ein fester, angespannter Bauch
- Inkontinenz
- Blut im Urin
Diese Anzeichen kommen aber auch bei anderen Krankheiten vor. Wenn dein Hund keinen Urin mehr absetzen kann, ist das immer ein Notfall, der sofort in einer Tierarztpraxis behandelt werden muss. Auch bei den anderen Symptomen solltest du umgehend eine Tierarztpraxis aufsuchen. Bist du unsicher, ob wirklich Hinweise auf Harnsteine vorliegen? Dann steht dir das Tierarztteam von Dr. Fressnapf online zur Verfügung. Schnell und unkompliziert schätzen die Veterinärmediziner die Situation deines Lieblings per Videochat ein und geben dir fundierte Ratschläge für das weitere Vorgehen.
Erkrankungen des Harntrakts verursachen oft starke Schmerzen. Verhindern die Blasensteine den Urinabsatz, staut sich der Harn und kann bis zu den Nieren zurückfließen, was ein Nierenversagen zur Folge haben kann.
Dr. Fressnapf Expertentipp:
“Sorge dafür, dass dein Hund viel Flüssigkeit aufnimmt. Das verwässert den Urin und der Hund muss öfters Harn absetzen. Du kannst zum Beispiel Nassfutter füttern, dort Wasser oder frische Fleischbrühe zugeben oder das Trockenfutter anfeuchten.”
Sehr gerne beraten wir dich persönlich und klären deine individuellen Fragen zum Thema Blasenerkrankungen.
Wie behandelt man Blasensteine beim Hund?
Zur Feststellung von Blasensteinen untersucht der Tierarzt den Urin deines Hundes. Außerdem überprüft er eventuell herausgespülte Blasensteine auf ihre Zusammensetzung. Mit Ultraschall- und Röntgenuntersuchungen lassen sich Lage und Größe der Blasensteine bestimmen. Eine blutchemische Untersuchung dient dazu, den Calciumgehalt im Blut zu kontrollieren, der vor allem bei Calciumoxalaten eine Rolle spielt.
Der Tierarzt oder die Tierärztin prüft, ob der Stein minimalinvasiv oder chirurgisch entfernt werden muss oder ob eine konservative Auflösung möglich ist, beispielsweise mit einer speziellen Harnsteindiät oder gegebenenfalls einem Medikament.
Werden Blasensteine beim Hund per OP entfernt, kommen hohe Kosten auf dich als Tierhalter zu. Diese können durchaus im oberen dreistelligen Bereich liegen. Sofern du Besitzer eines genetisch vorbelasteten Rassehundes bist, empfiehlt sich eventuell eine Krankenversicherung für Tiere.
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Nach einer Blasenstein-Operation muss dein Hund noch einige Zeit Antibiotika und andere Medikamente nehmen und eine lebenslange Diät einhalten, um einer Neubildung von Harnsteinen vorzubeugen. Vor dem Kauf von Diätfutter ist es essenziell, alle relevanten Informationen über den Harnstein zu kennen, da sich die Diät nach der Art der diagnostizierten Blasensteine richtet. Auf diese Weise lassen sich die verschiedenen Diätfuttermittel exakt auf bestimmte Harnsteine abstimmen. Die Auswahl des Diätfutters sollte immer durch den Tierarzt oder die Tierärztin erfolgen. Lass dich daher zunächst in deiner Tierarztpraxis beraten. So enthält beispielsweise Fertigfutter zur Vorbeugung von Struvitsteinen weniger Eiweiß, Phosphat und Magnesium. Bestimmte Inhaltsstoffe säuern den Harn an, um vorhandene Steine aufzulösen und der Bildung weiterer Steine vorzubeugen.
Während bei Struvitsteinen der pH-Wert des Harns gesenkt und der Harn dadurch angesäuert wird, muss der Harn bei Calciumoxalatsteinen alkalisiert, also der pH-Wert angehoben werden. Deshalb ist es besonders wichtig, die Art des Steins zu kennen und dir von deinem Tierarzt oder deiner Tierärztin eine passende Empfehlung für ein Diätfuttermittel oder eine Behandlung geben zu lassen.
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